Sehnsucht
- Christine Nöh

- 26. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Die Sehnsucht ist es, die unsere Seele nährt, und nicht die Erfüllung.
Arthur Schnitzler
Gerade sehnen sich manche nach kälteren Temperaturen und später in der Erinnerung wird man sich vielleicht nach diesen Sommertagen sehnen, die wirkliches Sommertage waren. Wir können uns immer nach irgendetwas sehnen: Menschen, Orte, Veränderungen oder nach etwas Neuem. Wenn wir etwas Ersehntes erreicht haben, haben wir oft auch schnell vergessen, wie wichtig es uns gewesen ist.
Im Referendariat hatte ich mich, nach einem Wochenende hier in Siegen, immer danach gesehnt nicht mehr wegfahren zu müssen. Jetzt wohne ich seit über 30 Jahren hier und es ist die Normalität geworden. Aber immer wieder gibt es Momente, in denen ich mich daran erinnere und ich mich nochmal darüber freuen kann.
Sehnt man sich manchmal nicht immer genau danach, was man gerade nicht hat. Zu Hause sehnt man sich nach der Fremde, in der Fremde sehnt man sich nach Hause. Man kann sich auch von einem Ziel zum nächsten sehnen. Nach einer eigenen Wohnung, dann nach einem schönen Garten, dann nach einem größeren Auto, dann nach einer besseren Stelle... es hört nie auf.
Wenn man eine Sehnsucht erreicht hat, kommt die nächste hervor. Eigentlich ist es auch nichts negatives, denn es hält uns lebendig und aktiv. Wenn wir Menschen keine Sehnsüchte hätten, wäre vieles nicht erfunden worden. Man muss nur ab und zu innehalten und sich über das, was da ist auch gebührend freuen, das Feiern, was man hat. Denn vielleicht ist das, was wir gerade haben, etwas nach dem wir uns irgendwann mal sehnen.




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