Kopf im Schnee
- Christine Nöh

- 4. Jan.
- 1 Min. Lesezeit

Wie groß ein Problem wirklich ist, zeigt sich, wenn man dafür nicht mehr genug Sand findet,
um den Kopf reinzustecken.
Karl-Heinz Karius
Hannahs kleiner Hund Elfie liebt den Schnee. Gestern hat sie mit Begeisterung immer wieder den Kopf im Schnee vergraben, um mich danach wie ein Yeti anzusehen. Bei den erfreulichen Mengen Schnee, die wir heute haben, möchte ich am liebsten auch meinen Kopf in den Schnee stecken. So tief, dass ich nichts mehr von der übrigen Welt sehe und höre.
Wir alle wissen, dass es nichts nützt und man nichts an der Weltgeschichte ändern kann, wenn man die Augen davor verschließt. Aber ich kann auch nichts ändern, wenn ich mich damit beschäftige. Es ist für mich unfassbar mit wieviel Arroganz und Skupellosigkeit manche Menschen vorgehen. Bei den Lobeshymnen auf sich selbst und den dreisten Unwahrheiten, die von "ihm" verbreitet werden, wird mir ganz schlecht.
Das Sprichwort sagt, dass Hochmut vor dem Fall kommt. Es sieht so aus, als wäre das in diesem Fall nicht zutreffend. Aber ich bin sicher, dass irgendwann die Rechnung kommt, auch wenn ich im Moment noch schockiert bin, womit er mal wieder durch kommt.
Also dann doch lieber Schnee. Ich habe schon einen schönen Haufen zusammengeschoben und kann mich notfalls ganz darin vergraben.




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