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Gegen den Trend

  • Autorenbild: Christine Nöh
    Christine Nöh
  • vor 4 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Früher war Trend was Massen gefiel, heute ist Trend, was die Massen in den Medien sehen.

Jan Wöllert


Es war 1994, als eine Schulfreundin aus den USA zurück kam und mich besuchte. Sie hatte alle Körperhaare rasiert und erzählte, dass sie sonst in den Staaten von anderen völlig abgelehnt worden wäre, wenn sie das nicht gemacht hätte. Schon nach kurzer Zeit hatte sie sich an dieses "Schönheitsideal" gewöhnt und fand es nun unangenehm, wenn ich an den Armen und Beinen noch Haare hatte.


Dieses Ideal hat sich auch bei uns dann relativ schnell durchgesetzt, obwohl es eigentlich überhaupt keinen Vorteil für uns Menschen bringt, wenn wir das machen. Dabei fand ich es immer besonders schön, wenn jemand blonde Haare auf den Armen hat und diese auf der sonnengebräunten Haut richtig hervorstachen.


Sind wir bereit Trends in Frage zu stellen, nicht mit zu machen oder sogar bewusst in die andere Richtung zu gehen? Dabei ist das Rasieren der Körperhaut ein harmloses Beispiel. Es zeigt nur deutlich, wie etwas vorgegeben wurde und die meisten folgen.


Gerade wechseln Trends auch so schnell, dass man oft schon wieder out ist, wenn man etwas gerade entdeckt hat. Alle wollte LaBubus haben und schon ist der Hype auch wieder vorbei. Mal sind die Augenbrauen ganz schmall und dann plötzlich ganz fett. Heute sind die Kleider für Kinder alle beige, braun, dabei war diese Farbe früher die "Auszeichnung" für ältere Menschen.


Es ist nicht einfach, nicht bei dem Ganzen mitzumachen, denn manchmal merken wir gar nicht, wie wir beeinflusst werden. Plötzlich gefällt einem etwas, weil man es überall gesehen hat. Ich möchte genauer darauf achten, warum ich bei etwas mitmache und mich immer wieder fragen, ob es tatsächlich das ist, was ich selbst möchte.




 
 
 

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