Den Tellerrand überblicken
- Christine Nöh

- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit

Wenn man Regierungsbeamten vorschlägt,
einmal über den eigenen Tellerrand hinauszublicken,
nehmen sie einfach einen größeren Teller.
Tom Clancy
Es hilft unglaublich, das was man hat mehr zu schätzen, wenn man sich klar macht, wie andere Menschen gelebt haben, oder gerade leben. Gerade lese ich ein Buch über japanische Frauen, die in die USA ausgewandert sind, weil sie dort erwartet hatten, mit einem erfolgreichen japanischen Mann der eigenen Armut und der harten Feldarbeit in Japan zu entrinnen.
Sie wurden jedoch mit falschen Versprechen gelockt und statt eines erfolgreichen Geschäftsmannes trafen sie auf arme Lohnarbeiter. Nun mussten sie oft harte Feldarbeit leisten, ohne den Rückhalt der Familie oder des Dorfes aus dem sie kamen. Sie wurden von den "weißen" Amerikanern verachtet und als Menschen zweiter Klasse betrachtet. Statt eines besseren Lebens, fanden sie ein Leben in noch größerem Elend, ohne Möglichkeiten dem zu entfliehen.
Es gab für sie keinen Weg zurück, denn abgesehen davon, dass sie kein Geld hatten, wollten ihre japanischen Familien sie auch nicht zurück haben, da sie sonst das Ansehen verloren hätten. Die große amerikanische Erfolgsgeschichte basiert auch so viel Ausbeutung der unteren "Klassen", wovor viele die Augen verschließen.
Das ist bis heute nicht anders. Damals waren es die Schwarzen, Japaner oder Chinesen, heute sind es die Latinos, die mit wenig Lohn die schweren Arbeiten verrichten, die sonst niemand machen möchte und die trotzdem nur verachtet und ausgenutzt werden. Wir sind so leicht geblendet von dem Glitzer und Glamour der High Society und merken gar nicht auf welchen Rücken diese Menschen stehen.
Wie gut geht es mir, dass ich so ein selbstbestimmtes Leben habe. Ich kann nicht dankbar genug dafür sein.




Kommentare