Unsere Kinder
- Christine Nöh

- 25. Mai
- 2 Min. Lesezeit

„Kinder - Du kannst ihnen deine Liebe geben aber nicht deine Gedanken,
denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Khalil Gibran
Wie eng unsere Verbindung zu unseren Kindern ist, ist keine "natürliche" Selbstverständlichkeit. Viele Eltern in unserer gegenwärtigen Kultur haben eine sehr enge Beziehung zu ihren Kindern. Das ist aber sehr kulturell geprägt. Wir denken aber, dass es immer so sein müsste.
Eltern der Oberschicht im 18. und 19. Jahrhundert haben ihre Kinder ohne mit der Wimper zu zucken dem Personal zur Betreuung und Erziehung überlassen. Nicht selten liest man von Müttern, die wochenlange Reisen unternommen haben, während die Kinder zu Hause versorgt wurden. In anderen Kulturen werden Kinder von der gesamten Dorfgemeinschaft groß gezogen und jeder fühlt sich dafür verantwortlich.
In preußischen Zeiten wurden Kinder eher als Besitz gesehen und sie sollten so geformt werden, wie es vor allem der Vater erwartet hat. Wer nicht in die engen Vorgaben passte, der hatte ein Problem. Auch wenn wir das nicht so denken, so sind auch wir noch immer von dieser Zeit geprägt, in der die Eltern über das Leben der Kinder bestimmt haben.
Heute ist es eher verpackt in Führsorge und Mitfühlen. Eltern haben manchmal eine sehr enge emotionale Bindung zu ihrem Kind und sind mehr besorgt um das Wohl des eigenen Kindes, als um die eigenen Bedürfnisse.
Das ist in den ersten Lebensjahre auch gut so. Aber das Loslassen fällt immer schwerer und mancher fühlt sich so mit dem Kind verwoben, dass man am liebsten bei allen Entscheidungen mitwirken möchte. Natürlich haben wir Erwachsene schon mehr Lebenserfahrung und wissen vieles "besser". Aber wir verhindern dann Lebenserfahrung für die eigenen Kinder, weil wir ihnen zu genau den Weg vorgeben.
Vielleicht ist es wichtig, dass wir erkennen, dass man Kinder auch ganz anders erziehen kann, als das wie wir es selbst machen und es dann trotzdem gut wird. So finden wir mehr Gelassenheit und können unseren Kindern die Freiheit geben, die sie brauchen, um ihr eigenes Leben zu gestalten.
Unsere Angst um unsere Kinder müssen wir durch Vertrauen ersetzen und dem Wissen, dass sie uns nur eine Zeit lang begleiten und danach alleine weitergehen. Wir können sie nicht vor allem beschützen und das müssen wir auch nicht.




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