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  • AutorenbildChristine Nöh

Schnelle Mode


Wer ein Pferd kaufen will und nicht das Pferd selbst, sondern nur den Sattel und Zaumzeug betrachtet, ist ein Narr. Ein vollendeter Dummkopf aber ist, wer einen Menschen nach seiner Kleidung und äußeren Lebensstellung beurteilt.

Seneca


Schon seit über 30 Jahren beschäftige ich mich immer wieder mit dem Thema Kleidung. Im Studium hatte ich im Fach "Textiles Werken" und ausführlich die Materialien untersucht, aus denen Kleidung hergestellt wird. Wo kommen sie her, wie werden sie bearbeitet und welche Eigenschaften haben sie.


Diese Fragen haben mich immer begleitet und ich habe selten Kleidung gekauft, ohne genauer hinzusehen. So gesehen war ich eigentlich immer interessiert was mit Kleidung passiert. Noch vor 20 Jahren konnte mit gebrauchter Kleidung richtig gut Geld verdient werden, was ich aber auch kritisch sah, weil damit die Märkte in Afrika überschwemmt wurden und ihre eigenen Kleidungshersteller nichts mehr verkaufen konnten.


Wie krass sich die Modeindustrie in den letzten Jahren weiter entwickelt hat, habe ich immer nur am Rande mitbekommen. Es ist bekannt, dass Kleidung in riesigen Mengen auf dem Markt geworfen werden (25 Kollektionen im Jahr!) und ein Teil dessen direkt weggeworfen wird, ohne dass es jemand getragen hat. Man hat vielleicht auch festgestellt, dass die Qualität der neuen Kleidung immer schlechter wird und manches ganz schnell kaputt geht.


Wie groß dieses Ausmass an zu viel Kleidung und mieser Qualität inzwischen ist, hatte ich aber noch nicht wirklich gewusst. Wir haben überall zu viel Kleidung und oftmals wird sie im besten Fall nur noch verbrannt, im schlechten Fall auf riesige Müllkippen in armen Ländern gekippt. Shoppen ist ein Hobby von vielen. Aber es wird nicht gekauft um es zu nutzen, sondern nur um immer wieder etwas Neues zu haben.


Wir sollten alle aufhören bei diesem absurden Spiel mitzumachen, bei dem eigentlich nur die großen Konzerne gewinnen und alle anderen verlieren. Wir müssen uns klar darüber sein, dass Kleidung die wir "spenden" nicht wirklich etwas gutes tut, sondern fast nur noch auf dem Müll landet. Wir sollten mehr Sachen tauschen, wenn wir wirklich etwas "neues" brauchen und wie wäre es einfach mal nichts mehr zu kaufen?


Ja, natürlich habe ich auch dieses Jahr neue Kleidungsteile gekauft, die ich nicht wirklich brauchte. Jetzt mache ich aber mit mir selbst aus, dass ich den Rest des Jahres nichts Neues zum Anziehen mehr kaufe und ich bin sicher, dass ich genug im Schrank habe. Mal sehn, wie ich damit klar komme, etwas zu sehen, das mir super gut gefällt und es trotzdem nicht zu kaufen.


Wir können nicht immer darauf warten, dass die Regierungen etwas ändert. Wir selbst müssen etwas ändern an unserem Lebensstil und an dem wie wir mit der Welt umgehen.



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