Neustart
- Christine Nöh

- vor 14 Minuten
- 2 Min. Lesezeit

Man sagt, heute sei Neujahr. Punkt 24 Uhr sei die Grenze zwischen dem alten und dem neuen Jahr. Aber so einfach ist das nicht. Ob ein Jahr neu wird, liegt nicht am Kalender, nicht an der Uhr.
Ob ein Jahr neu wird, liegt an uns. Ob wir es neu machen, ob wir neu anfangen zu denken,
ob wir neu anfangen zu sprechen, ob wir neu anfangen zu leben.
Johann Wilhelm Wilms
Noch ist mein neuer Kalender für den Schreibtisch ganz leer und das gibt einem das Gefühl, dass man neu beginnen könnte. 365 Tage voller Möglichkeiten. Das ist ein schöner Gedanke. Aber tatsächlich ist es ja nicht so. Auch wenn noch nichts im Kalender steht, habe ich schon ganz viele Termine, Aufgaben und Vorgaben, die die Gestaltung des Neuen Jahres sehr einschränken.
Wenn ich darüber nachdenken, dann ist das auch gar nicht so schlimm. Denn es gibt einfach vieles auf dem ich Aufbauen kann. Neu anfangen ist zwar eine Chance, aber wenn man bei Null anfangen würde, dann wäre da ja auch gar nichts da.
Mein Neuanfang ist sehr begrenzt und setzt sich vor allem mit der Frage auseinander, was ich nicht mehr so machen möchte wie im letzten Jahr und was ich weitermache oder möglicherweise anders weitermache. Veränderungen finden bei mir nicht von gestern auf heute statt, sondern sie sind eher Prozeße.
An manchem Alten und Vertrauten halte ich lange fest, vielleicht sogar zu lange. Bis ich endlich merke, dass es nicht mehr reinpasst. Manches Neue beginne ich eher zögerlich und nicht mit einem großen Knall. Das was sich bewährt hat, behalte ich einfach bei.
So gesehen ist das Neue Jahr für mich kein besonderer Einschnitt. Aber es ist ein Moment, im Jahr, an dem ich mir durchaus die Zeit nehme, bewusst über das Aufhören oder Weitermachen nachzudenken.




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