Eine entsetzliche Lücke


Meistens belehrt uns erst der Verlust über den Wert der Dinge.
Arthur Schoppenhauer
Ich hatte mir schon ausgerechnet, dass dieses Jahr der fünfte Band der schönen Krimireihe herauskommen müsste, die ich gerade gelesen hatte und habe mich schon richtig darauf gefreut. Jedes Jahr kam ein neuer Teil heraus und der neueste war ja vom letzten Jahr.
Völlig überrascht habe ich nur gelesen, dass der Autor letztes Jahr gestorben ist und damit die Geschichten für immer zu Ende sind. Das steht ganz groß im Klappentext, den ich aber nie gelesen habe. Ich habe den Schriftsteller nie persönlich kennengelernt, aber es fühlt sich an, als hätte ich einen nahen Menschen verloren. Nicht nur den Autor, sondern auch die Figuren seiner Bücher leben nun einfach nicht mehr weiter.
Am liebsten würde ich Beschwerde einreichen, denn das war keine "gute Entscheidung" von oberster Stelle. Die Geschichten hätten noch so gut weitergehen können und einfach so ist Schluss. Aber ich weiß, es gäbe bei noch so vielen anderen Menschen tausend Gründe für ein Weiterleben. Die Freundin, die im Leben fehlt, der Vater, der noch so viel mit den Kindern erleben wollte oder die junge Mutter, die nicht mehr für ihre Kinder da sein kann.
Viele Menschen hinterlassen eine Lücke, die nicht einfach durch andere aufgefüllt werden kann. Der Schmerz des Verlustes muss ausgehalten werden und nur die Änderung der Blickrichtung kann uns ein bisschen trösten. Wir können dankbar sein, für die Zeit, die wir gemeinsam gehabt hatten und schöne Erinnerungen in unserem Herzen bewahren.
Ich vermisse den fünften Band, der nie erscheinen wird, aber ich bin dankbar für die vier Bücher, die ich habe. Mit Sicherheit werde ich diese noch ein zweites mal lesen, was ich selten mache und sie beim Lesen noch mehr schätzen als zuvor.




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