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Das Haar in der Suppe

  • Autorenbild: Christine Nöh
    Christine Nöh
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Es gibt Leute, die nur aus dem Grunde in jeder Suppe ein Haar finden,

weil sie, wenn sie davor sitzen, so lange den Kopf schütteln, bis eins hineinfällt.

Friedrich Hebbel


Liegt es am Menschsein, dass man dazu neigt, immer ein Haar in der Suppe zu finden? Wie gehst du damit um, wenn andere ein Haar in der Suppe finden, die du gekocht hast? Ich muss ehrlich sagen, dass es mir schwer fällt, das entspannt zu sehen. Man kann stundenlang mit etwas beschäftigt sein und 90 Prozent gut machen, aber der andere sieht das was fehlt, was noch nicht gemacht ist, was nicht richtig ist.


Das ist entmutigend und nimmt mir dann die Freude. Statt Anerkennung für das zu bekommen, was man geschafft hat, wird man zusätzlich noch kritisiert. Für mich gibt es daraus nur ein Ausweg: Ich mache das was ich mache, nicht für die Anerkennung von anderen, sondern weil ich es selbst möchte und wenn es nicht alles gelingt, dann ist es eben so.


Gleichzeitig muss ich mich natürlich selbst fragen, ob ich andere auch so behandle. Wann bin ich zu kritisch, sehe nur die Fehler und nicht die Errungenschaften und ermutige andere zu wenig? Das einzige, was ich dazu sagen kann, ist, dass ich früher bestimmt auch ein unangenehmer Kritiker gewesen bin. Mit 20 Jahren hatte ich mir sogar mal eingebildet, es wäre eine Qualifiation, dass ich die wunden Punkte bei anderen Menschen sofort entdecken kann.


Heute hat sich zum Glück meine Einstellung sehr geändert und damit meine Wahrnehmung dessen, was ich erlebe. Wenn ich das Gute zähle und das Schöne finde, dann gibt es jeden Tag etwas das man Feiern kann. Wenn ich also ein Haar in einer Suppe finde, fische ich es heraus und esse die Suppe trotzdem weiter. Meistens schmeckt sie vorzüglich.


P.S.: Wer noch Haare finden möchte: ich habe die letzten beiden Tage vergessen, den Blog zu teilen. Aber man kann ja alles auch noch nachträglich lesen.


 
 
 

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