Unordnung muss sein


Im Herbst steht in den Gärten die Stille, für die wir keine Zeit haben.
Victor Auburtin
Zwei Fröste haben die Pflanzen im Garten erschlaffen lassen. Die Blumen, die gestern noch standhaft ihre Blätter der Kälte entgegengestreckt haben, lassen heute morgen alles hängen. Jetzt ist die Zeit der Ernte vorbei.
Wir haben gestern noch alle letzten Tomaten aus dem Gewächshaus geholt und sie dürfen jetzt noch im Warmen reif werden. Das hat mich an meine Kindheit erinnert, in der wir immer mehrere Tabletts voller grüner Tomaten auf dem Küchenschrank stehen hatte, weil es dort oben am wärmsten war. Nur ohne Gewächshaus mussten diese damals schon viel früher ins Haus ziehen.
Vielleicht denkt auch mancher, dass wir unseren Garten für den Winter doch besser aufräumen, die ganzen Stengel abschneiden und alles einmal umgraben müssten. Aber genau mit dieser gewollter Unordnung soll der Garten gut über den Winter kommen. Die alten Pflanzen decken die Erde ab, damit sie nicht zu sehr durchfriert und die alten Blumen bieten Nahrung für Vögel und andere Tiere.
Nein, es muss nicht alles sauber und aufgeräumt sein. Für die Natur ist ein kreatives Chaos sehr viel besser. Ich weiss, dass früher über die Gärten der Nachbar geurteilt wurde. Das ist mir heute aber total egal, ob es anderen gefällt oder nicht. Ich weiss, dass es so besser ist für meinen Garten und alles andere interessiert mich nicht.




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