Tatsächlich echt
- Christine Nöh

- 4. März
- 1 Min. Lesezeit

An vielen Menschen ist nichts so echt wie ihre Maske.
unbekannt
Dieser Sonnenaufgang am Meer war tatsächlich echt und er hat auch wirklich so fantastisch farbenfroh geleuchtet. Ich bin glücklich, dass ich ihn gesehen habe und fotografieren konnte. Aber großen Eindruck kann man heute nicht mehr mit normalen Fotos machen.
Die Welt ist so voll von unglaublichen Bildern die etwas zeigen, das es nie gegeben hat, so dass ich an meiner Fotografie fast ein bisschen die Begeisterung verliere. Wer möchte denn noch die echten Fotos sehen, wenn die künstlich erzeugten noch so viel faszinierender sind.
Bisher hatte ich mir immer Fotos von anderen angesehen und überlegt, was ich wie machen müsste, damit ich solche Fotos bekomme. Habe experimentiert, verschiedene Blenden verwendet, Fotos gestakt oder HDRs erstellt, mit Farbfiltern gearbeitet und Belichtungen verändert. Jetzt muss man nur noch KI Anweisungen geben, dann kriegt man was man möchte.
Zuvor habe ich gerne meine Fotos geteilt und anderen gezeigt. Inzwischen fotografiere ich viel weniger und immer mehr nur noch für mich selbst. Dass man mit Fotografie tatsächlich etwas erreichen kann wird sehr unwahrscheinlich.
Ob es irgendwann wieder eine Zeit geben wird, in der ein normales Foto und die Kunst zu Fotografieren wieder wertgeschätzt werden wird? So wie heute wieder LP gehört werden, nachdem sie erst von den CDs und dann von MP3 an den Rande des Abgrunds gedrängt worden waren?
Niemand kann es sagen. Aber man sagt ja so schön, dass die Hoffnung zuletzt stirbt.




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