Schneller oder langsamer
- Christine Nöh

- 29. März 2025
- 2 Min. Lesezeit

Die Zeit vergeht nicht schneller als früher,
aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.
George Orwell
Sehr sicher laufen die Uhren heute schneller als früher, denn früher habe ich viel mehr geschafft. Heute ist ruckzuck eine Stunde um, und ich wundere mich, wie wenig ich gemacht habe. Also kann es ja nur an der Zeit liegen. Sonst müsste es ja bedeuten, dass ich soviel langsamer geworden bin. Das kann ja nicht sein.
Okay, ich gebe es zu, dass es wahrscheinlich auch an mir liegt. Es gibt immer wieder Zeiten in denen ich voller Energie bin und dann schaffe ich alle anstehenden Aufgaben in einem halben Tag. Wenn ich dann denke, dass ich immer so viel machen könnte, dann wäre das sensationell. Aber es ist immer so, dass nach solch einer Powerphase eine Zeit kommt, in der ich nur das notwendigste erledigt bekomme.
Das ist so, als würde mein Körper automatisch eine Überbelastung ausgleichen durch eine Langsam Phase. Grundsätzlich leben wir ja in einer unglaublich schnellen Gesellschaft. Wer schon mal in anderen Ländern war, der merkt, dass fast überall alles nicht so hektisch ist. Da sind wir dann schon mal genervt, dass etwas ewig dauert, wenn man etwas möchte. Aber für die Menschen dort, ist das ganz normal.
Manchmal wünschte ich mir so ein verlangsamtes Leben, aber dann bin ich mir auch wieder nicht sicher, ob ich damit zurecht käme. Auch wenn ich manchmal müde bin, immer mithalten zu wollen, so brauche ich auch immer wieder dieses Tempo, das mich lebendig fühlen lässt. So idyllisch sich ein Haus am See mitten in der Wildnis anhört. In der Realtität würde ich das wahrscheinlich nicht aushalten.




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