• Christine Nöh

Sammelsurium


Things aren't the most important thing in life.

unbekannt


Seit vielen Jahren versuche ich mein Leben zu ändern und Dinge nicht zum wichtigsten Ding meines Lebens zu machen. Ich habe früher immer alles gesammelt und konnte alles gebrauchen. Und ich habe ja auch tatsächlich vieles genutzt. Aber noch mehr Dinge haben darauf gewartet einmal genutzt zu werden.


Gegen diese Sammelleidenschaft habe ich nun schon viel erreicht und es ist auch vieles anders geworden. Aber erst jetzt habe ich so richtig verstanden, woher ich diese Gewohnheit habe.


Meine Eltern hatte nur wenige Geld. Wir waren z.B. nie im Urlaub oder hatten auch lange kein eigenes Auto. Aber wir hatten immer genug zu Essen, weil meine Mama alles im Garten angebaut und dann regaleweise eingemacht hat für den Winter.


Wir hatten auch sehr viele Sachen, weil wir alles angenommen haben, was uns andere geschenkt haben. Mein Kleiderschrank war voll mit Kleidung von meinen Cousinen oder anderen Leuten. Aber vieles davon passte nicht richtig oder gefiel mir nicht so richtig gut.


Ich habe damals aber gelernt, es wäre besser viel zu haben, und es kommt nicht so sehr darauf an, dass es einem auch wirklich passt oder gefällt. Wie viele Sachen hatte ich, in die ich noch "reinwachsen" musste und wenn ich groß genug war, dass sie passten, dann waren sie völlig unmodern.


Aus vielen alten Sachen hat mein Vater auch tatsächlich schöne oder praktische Dinge gemacht, so war es immer gut, wenn man etwas hatte aus dem man etwas machen kann. Es fiel deshalb nie auf, dass wir nicht viel Geld haben und das hätte ich auch niemals zugegeben.


Ich erinnere ich noch gut, dass ich mir überlegt habe an unserer Abiturabschlussfahrt nach Berlin nicht mit zu fahren, weil es eben teuer war. Die beste Freundin damals hatte zu mir gesagt, dass man auch von der Schule einen Zuschuss bekommen könnte, wenn man nicht genug Geld hat. Das hätte ich aber niemals gemacht. Ich habe dann alles Geld zusammen gekratzt und bin mitgefahren.


Aus meiner Kindheit habe ich nun dieses Bedürfnis gehabt, alles aufzubewahren, was noch irgend einen Wert hat, denn man kann es vielleicht irgendwann mal brauchen. Sehr langsam habe ich gelernt, dass es mehr darauf ankommt, sich nur mit Dingen zu umgeben, die wirklich wertvoll für mich sind und dass weniger tatsächlich mehr ist.


Vielleicht haben mir die Dinge früher die Sicherheit gegeben, die ich mir wünschte. Jetzt gehe ich jeden Tag durch meine Wohnung und suche Dinge heraus, die nicht mehr wichtig sind für mich und ich merke, dass das der richtige Weg ist. Auch wenn ich in meiner Kindheit und Jugend sehr stark geprägt wurde, kann ich mich heute entscheiden anders zu leben.


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