Fremd und Vertraut
- Christine Nöh

- vor 3 Stunden
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Die Menschen reisen in fremde Länder und staunen über die Höhe der Berge, die Gewalt der Meereswellen, die Länge der Flüsse, die Weite des Ozeans, das Wandern der Sterne; aber sie gehen ohne Staunen aneinander vorüber.
Augustinus von Hippo
Wenn wir reisen, entdecken wir oft die Fremde. Manche Menschen fahren am liebsten immer an andere Orte, die sie noch nicht kennen, um diese zu erforschen. Andere reisen gerne jedes Jahr an den gleichen Platz, weil sie sich dort auskennen und wohlfühlen.
Ich kann beides verstehen. Es war in diesem Jahr schön, manche Ecken nochmal zu sehen, an denen ich vor Jahren schon mal gewesen bin. Denn man entdeckt in dem Vertrauten auch noch mal etwas Neues. Es ist aber auch schön, etwas neu kennenzulernen. So war unser letzter Urlaub eine perfekte Kombination aus beidem.
Wenn ich in meinem Fotoarchiv stöbere, finde ich Fotos von Plätzen, zu denen ich garantiert nie wieder kommen werde, wie zum Beispiel manche Nationalparks in den USA. Dabei habe ich gemischte Gefühle. Zum einen bin ich total glücklich, dass ich dort gewesen sein konnte. Aber es schwingt auch eine leichte Wehmut mit, dass ich das nicht noch ein zweites mal sehen werde.
Auf jeden Fall überwiegt das Glück. Ich stelle außerdem fest, dass ich gar nicht so weit weg reisen muss und trotzdem Interessantes entdecken kann. Die gleiche Landschaft sieht ja allein in den unterschiedlichen Jahreszeiten anders aus. So habe ich keine Bedenken, dass es auch in Zukunft schöne Entdeckungen gibt, auch wenn die Fernreise nicht mehr auf dem Plan steht.




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