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Erwartungen

  • Autorenbild: Christine Nöh
    Christine Nöh
  • 10. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Die Erwartungen anderer zu erfüllen,

reicht nicht für ein erfülltes Leben.

Ernst Ferstl


Es ist interessant, wie uns einzelne Erlebnisse ein Leben lang verfolgen, als wären sie in unser Gedächtnis eingebrannt, während man das allermeiste andere vergißt. Am Muttertag erinnere ich mich daran, dass ich mit 10 Jahren, die Erwartungen meiner Mutter nicht erfüllt hatte.


Ich war schon sehr früh aufgestanden. Also gerade dann, als es hell geworden ist. Dann bin ich auf unsere Wiese gegangen, die 300 m von unserem Haus entfernt lag und habe begonnen mit Wiesenschaumkraut einen Strauß zu pflücken. Das dauerte sehr lange, denn die Blumen sind ja sehr zart und mein Ziel war, einen möglichst dicken Strauß zu sammeln.


Als ich dann endlich wieder nach Hause kam, war meine Mutter schon aufgestanden und hatte bereits den Tisch gedeckt, was ich ja eigentlich auch machen wollte. Sie war so enttäuscht darüber, dass ich nicht den Tisch gedeckt hatte, dass sie meinen Struß gar nicht mehr richtig wahr nahm. Diese enttäuschte Erwartung konnte ich nicht mehr gut machen.


Daher habe ich für mich beschlossen, dass ich keine Erwartungen möchte, was andere Menschen für mich zu tun haben. Auch gerade am Muttertag. Mein eigenes Glück und meine Zufriedenheit darf nicht davon abhängen, ob andere das machen, was ich denke, dass sie machen müssten. Das gelingt mir natürlich nicht immer, denn man tappt immer wieder in die Falle der eigenen Vorstellungen. Aber ich bin auf dem richtigen Weg.


Ich bin nicht dazu da, die Erwartungen anderer zu erfüllen und die anderen sind nicht dazu da, mir ein glückliches Leben zu formen.






 
 
 

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