Der Raum dazwischen


Die Noten, die ich spiele, beherrsche ich nicht besser als viele Pianisten.
Aber die Pausen zwischen den Noten – ah, da liegt die Kunst.
Artur Schnabel
Drei Vögel in einem Schwarm von vielen sieht niemand. Drei Vögel auf einem Baum, entdeckt keiner zwischen den Blättern, aber drei Vögel auf einer Stromleitung vor einem leeren Himmel werden zu einem interessanten Fotomotiv.
Es braucht die Leere drumrum, damit etwas wirken kann. Aus Tönen, die ohne Unterbrechung gespielt werden, wird keine Melodie. Aus bunten Farben die ein Bild anfühlen kann Chaos werden und aus Gesprächen ohne Pause wird ein Redeschwall.
Es fällt uns immer schwerer die Leere, das Nichtstun und das Schweigen auszuhalten. Wir denken dauernd, dass wir Unterhaltung, Ablenkung und Input brauchen, aber eigentlich brauchen wir öfter die Stille und Langeweile, damit unser Denken sich selbst entwickeln kann.
Die besten Ideen findet man oft, dann wenn man sich nicht darum bemüht und die interessantesten Gespräche führen wir, wenn wir Zeit hatten Wortlosigkeit zu ertragen. Es ist ja nichts Neues, dass es den Slogan "Weniger ist mehr" gibt und doch fällt es uns schwer uns in unserem Leben daran zu orientieren, denn wir haben dann oft das Gefühl etwas zu verpassen. Dabei verpassen wir vielleicht in unserem vollgepackten Drumrum, die Melodie, die unser Herz spielen will.




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