• Christine Nöh

Versprochen...


Es ist leichter, hundert Versprechen zu geben,

als eins zu halten.

Volkmar Frank


Sicherlich bin ich keine Ausnahme. Mir wurde schon sehr viel versprochen, von dem ich dann nichts gesehen habe. Wie viele Versprechen wurden niemals eingelöst, die vollmundig vorgetragen worden sind. Schon in der Kindheit, kam die Freundin nicht zu spielen, obwohl sie es versprochen hatte. Damals hatte noch nicht jeder ein Telefon, so habe ich den ganzen Nachmittag vergeblich gewartet.


Wie viele Menschen habe ich nicht mehr gesehen, die versprochen hatten, dass wir uns bald wieder treffen würden, wieviele Briefe blieben ohne Antwort und auf wieviele Einladungen wurden niemals gemacht.


Ich hatte auch immer ein sehr gutes Gedächtnis und wusste genau, wer mir was versprochen hat, und es dann nie gemacht hat. Das habe ich mir nun aber abgewöhnt, denn es gibt nichts schlimmeres, als wenn man anderen immer ihr Versagen hinterher trägt. Wenn man das alles zu persönlich nimmt, dann ist man vielleicht zu enttäuscht, um noch überhaupt jemanden zu vertrauen.


Es ist einfach so, dass man sich nicht zu sehr darauf verlassen sollte, was andere einem versprechen. Ich habe es sicher auch nicht immer geschafft alle Versprechen zu halten, die ich einmal gegeben habe. Aber ich bin sehr vorsichtig damit.


Vorsichtig jemand zu glauben, dass er das was er verspricht auch einlöst und noch vorsichtiger etwas anderen zu versprechen. Je mehr jemand mit großen Worten verspricht, umso vorsichtiger bin ich damit, dem anderen zu glauben. Und wenn ich selbst nicht ziemlich sicher bin, dass ich etwas auch machen kann, dann halte ich mich mit Zusagen sehr zurück.


Für manchen wirkt das dann vielleicht so, als würde ich mich nicht genügend engagieren. Ich bin nicht die erste die aufspringt, wenn es darum geht, wer eine Aufgabe übernimmt. Interessanter Weise, zählt bei manchen Menschen jedoch nicht das, was man macht, sondern nur das was man redet. Menschen die tolle Worte machen und viel Versprechen werden von ihnen bewundert und es fällt dann niemand auf, dass sie selbst gar nichts machen, sondern die Aufgaben nur anderen in die Schuhe schieben.


Ich halte mich lieber daran, nicht zu viel zu versprechen und nicht zu viel von anderen Versprechen zu erwarten. Oftmals ist es ja noch nicht mal absichtlich, dass jemand sein Versprechen vergisst. Es passiert einfach. Wenn man nicht so viel erwartet, dann wird man auch nicht so viel enttäuscht und wenn man nicht so viel verspricht, dann kann man es auch nicht so oft vergessen, es auch zu tun.


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