• Christine Nöh

Tiny House


Ich habe mir eine amerikanische Serie über Tiny Houses angesehen, also Minihäuser. Unterschiedliche Menschen lassen sich aus unterschiedlichen Gründen ein Tiny House bauen um darin zu leben. Diese Häuser sind sehr gut durchdacht und bieten den Bewohnern auf kreative Weise ganz viel auf kleinem Raum. Sie bieten ganz viel, aber eben nicht viel Platz. Wer schon einmal Urlaub in einem Wohnmobil oder Wohnwagen gemacht hat, kann es sich ein bisschen vorstellen. Natürlich ist ein Tiny House meist größer als ein Wohnwagen, aber es ist ja nicht nur für 2 Wochen, sondern für das ganze Leben.


Das faszinierende ist für mich, wie es die Menschen schaffen sich so zu verkleinern, dass sie aus großen Häusern kommend in solch ein kleines Minihaus passen. Bei einer Frau war allein der begehbare Kleiderschrank mit über 100 Schuhen schon so fast so groß wie das kleine Haus in das sie ziehen wollte. Nun in solch einer Serie funktioniert es ja immer, aber man weiss ja nicht wie dann der tatsächliche Alltag aussieht. Auf jeden Fall ist es sicher, dass es angenehmer zu Leben ist, wenn man nicht mehr soviel hat, um das man sich kümmern muss und es ermöglicht vielen auch gerade finanziell viel mehr Freiheit.


Die Frage ist nicht so sehr, wieviel Platz habe ich zum Leben, sondern vielmehr, wieviele Dinge muss ich unbedingt in meinem Leben unterkriegen. Ich dachte immer, ich bräuchte mehr Platz für meine vielen Dinge, aber wenn ich mehr Platz habe, werden die Dinge automatische wieder mehr... Und egal wieviel Wohnraum wir haben, wenn wir nicht aufpassen, stopfen wir alles wieder so voll, dass die größte Wohnung wie ein Schuhkarton wirken kann. Wenn man nicht viel hat, dann kann dagegen eine kleine Wohnung elegant und groß wirken einfach dadurch, dass man nicht so viel hineinstellt.


Ich bin bestimmt kein gutes Vorbild für kleines Wohnen, aber ich möchte immer mehr dazu lernen und ich sehe auch, dass andere in ihrem immer mehr und immer größer auch nicht glücklich werden. Aber es muss jeder für sich alleine entscheiden, wie er mit dem Raum und den Dingen, die er im Leben zur Verfügung hat umgeht. Und wir dürfen uns nicht zu sehr davon beeindrucken lassen, wenn andere bombastischer wohnen als wir selbst.


Wenn man in Zeitschriften oder in der Werbung Esstische sieht, die extra lang und extra breit sind, superschön dekoriert für Weihnachten, mit Platz für 20 Personen, dann denkt man vielleicht, dass man es gerne auch so hätte. Wenn ich aber meine eigene Wohnung ansehe und nur Platz für einen kleinen Tisch habe, dann würde ich mir selbst keinen Gefallen tun, wenn ich mir solch einen Tisch kaufe, denn man könnte ja überhaupt nicht mehr drumrum laufen. Ein kleiner Tisch in einer kleinen Wohnung kann genauso gemütlich und gastfreundlich sein und ehrlich gesagt, kommen selten 20 Leute gleichzeitig bei uns zu Besuch.


Ich möchte lernen immer weniger zu benötigen, damit ich mehr vom Leben habe und ich merke, dass es tatsächlich hilft und wirkt. Glauben wir nicht den Leuten, die uns immer weiss machen wollen, dass wir nur glücklich werden, wenn wir immer mehr von allem haben, es stimmt einfach nicht. Wir müssen nun nicht alle in Minihäuser ziehen, es reicht schon, wenn wir unseren Besitz unserem aktuellen Wohnraum anpassen.



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