• Christine Nöh

Riesengebirge

Nun hatte ich vor längerer Zeit ja begonnen meinen Besitz zu verkleinern. Das geht nicht so schnell wie ich es mir manchmal wünsche, aber jeder Schritt in die richtige Richtung ist ein guter Schritt. Nun stehe ich jedoch vor einem komplett neuen Berg an Dingen, das ich eher als alpinen Gebirgszug empfinde. Nach dem Tod meiner Schwiegermutter haben wir eine ganze Wohnung, um die wir uns kümmern müssen. Es ist auf der einen Seite einfacher, denn ich habe ja keine emotionale Bindung an die Dinge, so kann ich sie viel leichter weggeben und wegwerfen. Es ist aber auch schwierig, dadurch dass es eine riesige Menge an Dingen sind, die plötzlich niemand mehr braucht. Gestern haben wir den kompletten Kleiderschrank ausgeräumt um die Sache wegzubringen. Wie viele Blusen, Jacken und Pullis waren es, von denen ich niemals gesehen hatte, dass meine Schwiegermutter sie je getragen hätte. Und als wir am Ende des Abends fertig waren, merkten wir, dass es ja noch einen Schrank im Schuppen gibt, in dem die Winterklamotten sind.... Mir wird noch viel deutlicher bewusst, wie wir Menschen Sachen sammeln, manchmal noch nicht mal nutzen und am Ende alles zurück bleibt. Alles das, was vielleicht einmal ein tolles Geschenk, oder eine wunderbare Anschaffung war, sind am Ende einfach nur Dinge. Warum meinen wir so oft, dass es diese Dinge sind die uns glücklich machen? Ich habe das Ziel einmal nicht so viel Besitz zurück zu lassen und ich möchte nicht mehr Dinge sammeln, sondern Erlebnisse, Begegnungen und Zeit mit anderen Menschen. Aber es ist schon noch vieles was ich reduzieren muss, um mit meinem Zustand zufrieden zu sein. Wenn jemand jetzt schon meinen Besitz aussortieren müsste, dann würde er wahrscheinlich verzweifeln. Das alles motiviert mich, intensiv auf dem Weg weiter zu gehen, den ich schon begonnen habe. Weniger ist mehr, auf jeden Fall!


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