• Christine Nöh

Nikolausi


Einige Maler verwandeln die Sonne in einen gelben Punkt,

andere verwandeln einen gelben Punkt in die Sonne.

Pablo Picasso


Komischer Weise hat keines meiner Kinder geglaubt, dass es tatsächlich der Nikolaus war, der ihnen heute morgen etwas vor die Wohnungstür gelegt hat. Ich habe mich wirklich ernsthaft bemüht, die Geschichte glaubhaft zu erzählen, aber es hat überhaupt nicht gewirkt.


Vor 20 Jahren war das noch ganz anders. Damals ist keiner von ihnen auf die Idee gekommen, dass ich es gewesen sein könnte. Wenn ich aber ehrlich bin, dann müsste ich mir wirklich Sorgen machen, wenn meine Kinder die Geschichten heute auch noch glauben würden.


Es sollte durchaus so sein, dass man im Leben dazulernt. Niemand möchte tatsächlich ein erwachsenes Gegenüber, das noch immer genauso denkt wie ein Kind. Und auch im Laufe des Lebens ist es gut, wenn man sich immer wieder hinterfragt, ob das, was ich vor 20 Jahren gedacht und geglaubt habe, denn immer noch das ist, was ich denken möchte.


Manche finden mit Anfang 20 ihren Lebensstil und malen dann ihr Leben in der immer gleichen Denktechnik bis zum Ende. Für mich ist da Picasso ein Vorbild, denn er hat nie an einem Malstil festgehalten. Sobald er eine bestimmte Art zu Malen perfektioniert hatte, hat er wieder etwas anderes ausprobiert und daher unglaublich unterschiedliche Kunstmittel genutzt.


Er war nie fertig mit dem Leben, hat sich auch nie zur Ruhe gesetzt und gesagt, dass jetzt genug gemalt ist. Eine seiner besten Zeiten, war mit Mitte 60, wenn andere daran denken sich in den Schaukelstuhl zu setzen. Und immer wieder hat er sich und seine Malerei verändert.


Und so wie ich natürlich nicht mehr an den Nikolaus glaube, so möchte ich mich immer wieder verändern und Neues entdecken. Das ist es, was das Leben lebendig macht.


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