• Christine Nöh

Egal wo


Wer mich kennt, weiss, dass ich gerne unterwegs bin und verreise. Deshalb waren jetzt einige total überrascht, dass ich über Weihnachten und Silvester zu Hause bin. Genauso gerne wie ich unterwegs bin, bin ich erstaunlicher Weise auch zu Hause, denn ich brauche diesen Ausgleich zwischen neuen Eindrücken und der Zeit zum Nachdenken. Eigentlich kann ich daran gut erkennen, ob ich genug zu Hause bin, ob ich meine Fotos von der letzten Reise alle bearbeitet habe...


Wenn das nicht klappt, dann habe ich entweder zu wenig Zeit zum Aufarbeiten der Reisen, oder ich habe zu viel Fotografiert..... Da ich aber nicht weniger fotografieren möchte, muss ich mir, dann mehr freie Zeit zu Hause nehmen. Denn ich möchte ja nicht am Ende da stehen mit einem Computer voller Bilder, die ich irgendwann mal bearbeiten könnte, wenn ich endlich dazu die Zeit hätte. Jeder weiss genau, dass wir das dann nie machen.... Habt ihr nicht auch Diakisten im Schrank, von denen ihr dachtet, dass ihr sie an einem grauen Wintertag mal durchguckt und neu sortiert? Die grauen Wintertage kamen und gingen und man hat es nie gemacht....


Es ist grundsätzlich so, dass wir heute sehr oft zu viel haben, von allem. Ich habe zu viele Kleidungsstücke und kann sie gar nicht alle anziehen. Wir kaufen zu viel Essen, und müssen dann etwas wegwerfen, weil es schlecht wird. Wir lassen uns zu viel unterhalten und haben zu wenig Zeit zum selbst nachdenken. Wir lenken uns zu viel ab, damit wir uns nicht mit unseren Sorgen und Problemen auseinander setzen müssen. Und dann schleppen wir zu viel seelischen Ballast mit uns rum, weil wir uns nie damit auseinander gesetzt haben.


Ich möchte nicht mehr von allem, sondern das was ich habe und mache bewusster erleben. Nicht mehr, sondern intensiver Leben. Um schönes zu entdecken, muss man nicht immer an fremde Orte reisen, ich kann auch durch den immer gleichen Wald gehen und trotzdem etwas entdecken, das ich noch nie zuvor da gesehen habe.


Es kommt aber auf meine eigene Einstellung an. Wenn ich nur daran denke, dass alle anderen unterwegs sind und schöne Sachen erleben, dann werde ich mit meiner Situation unzufrieden und habe auch nichts vom zu Hause sein. Es kommt darauf an, das was man macht und dort wo man ist, mit ganzem Herzen zu machen und zu sein. Dann ist es überall schön.



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