• Christine Nöh

Echte Freundschaft


Ein bisschen Freundschaft ist mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt.

Otto von Bismarck


Immer wieder hört oder liest man die Empfehlung, dass man sich ein Netzwerk aufbauen sollte von Menschen die einem im Leben weiterhelfen können. Dazu muss ich selbst aber auch etwas bieten, damit ich von solchen Menschen als Freund akzeptiert werden kann. Ganz nach dem Prinzip "hilfst du mir, dann helf ich dir."


Als die Kinder noch klein waren hatte ich mich auch mit manchen Müttern befreundet, weil unsere Kinder zusammen gespielt haben. Es kam dann vor, dass eine Mutter erst unglaublich nett war und sich ganz viel gemeldet hat, so lange bis ihre Tochter einen andere Freundin hatte und nicht mehr so viel mit meiner Tochter spielen wollte. Plötzlich war ich für diese Frau wie Luft. Ich hatte tatsächlich gedacht, sie findet mich auch nett und will mit mir befreundet sein, aber eigentlich war ich nur ein Mittel zum Zweck, dass es ihrer Tochter gut geht.


Freundschaft die nur darauf beruht, dass man gegenseitig etwas davon hat, ist aus meiner Sicht keine echte Freundschaft. Wenn ich überlege, wie teuer ein Geschenk sein muss, damit ich dem anderen auf keinen Fall zu wenig zurück gebe, weil er mir auch etwas geschenkt hatte, dann ist das eher ein Handelsabkommen.


Richtige Freundschaft habe ich nur mit Menschen, die mir einfach so am Herzen liegen, auch wenn ich gar nichts von ihnen an Nutzen habe. Diese Freundschaft hört dann auch nicht auf, wenn man nicht mehr so schön ist, oder nicht mehr soviel Einfluss hat, oder nicht mehr bei etwas helfen kann. Da wird nicht Buch geführt, wer was für wen wie oft gemacht hat.


Echte Freunde findet man nur wenige im Leben und man erkennt oft erst in schwierigen Lebenssituationen wer wirklich wahre Freunde sind. Ich kann andere nicht dazu bringen, ein echter Freund für mich zu sein.


Ich kann aber selbst entscheiden, für wen ich ein echter Freund sein möchte. Für wen ich gebe, ohne etwas zurück zu erwarten. Für wen ich Zeit habe, egal wieviel Zeit der andere hat. Wem ich zeige, dass ich ihn mag, ohne zu erwarten, dass ganz viel zurück kommt. Für wen ich Geschenke mache, einfach nur um dem anderen eine Freude zu machen.


Immer wieder muss ich mich auch selbst davon frei machen, dass ich etwas zurück erwarte, weil ich etwas gegeben habe. Ich möchte wirklich frei dazu werden, mit offenen Händen zu leben und das was ich gebe als Geschenk zu sehen und nicht als Investition, bei der etwas zurück kommen muss.


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