• Christine Nöh

Anders als erwartet


Wer allen genügen will, muss früh aufstehen.

Sprichwort


Unser Vogelhäuschen entspricht wohl den Erwartungen des Meisenpärchens, denn sie haben heute begonnen es zu beziehen. Ich habe gerade ein paar mal beobachtet, dass eine Meise mit einem Schnabel voller Moos in das Loch geflogen ist. Also machen sie es sich nun gemütlich.


Meisen sind wohl sehr genügsam, denn mir selbst würde das Haus überhaupt nicht gefallen, da es nicht sehr schön, sondern hässlich bemalt ist. Gut, dass ich keine Meise bin...


Erwartungen haben wir aber alle. Erwartungen an andere, Erwartungen an uns selbst und Erwartungen, von denen wir denken, dass andere sie an uns haben. Und alle drei sind schwierig. Am sinnvollsten ist es noch, an sich selbst Erwartungen zu haben. Denn man muss sich schon mal selbst etwas vornehmen und dann auch versuchen das umzusetzen, wenn man bestimmte Ziele erreichen will.


Erwartungen, die wir an andere haben, sind eigentlich meistens zum Scheitern verurteilt. Wenn wir denken, dass etwas bestimmtes zu uns zurück kommt, weil wir dem anderen hier oder da etwas Gutes getan haben, dann werden wir sehr oft enttäuscht.


Wenn ich denke, der andere würde das Leben genauso sehen wie ich und deshalb genauso handeln wie ich, dann liege ich zum größten Teil falsch. Es gibt nicht wenige Menschen, die verbittert sind, weil andere ihre Erwartungen nicht erfüllt haben, dabei hatten sie doch sooo viel für den anderen getan. Seien es Kinder, Partner, Freunde oder Kollegen.



Deshalb ist es gut, sich von Erwartungen an andere Menschen frei zu machen. In allem was wir für andere tun, sollten wir nicht darauf warten, etwas dafür zurück zu bekommen, sondern es aus freien Stücken und bedingungslos tun, oder es auch nicht tun, wenn wir es nicht wollen.

Und dann werden wir immer wieder mit schönen Erlebnissen überrascht, mit denen wir nicht gerechnet haben.


Die schwierigste Erwartungen, sind die Erwartungen, die andere Menschen an uns haben. Und da spielt es manchmal keine Rolle, ob wir wissen, dass jemand etwas erwartet, oder ob wir es nur vermuten. Wenn wir uns zu sehr an den Erwartungen anderer orientieren, dann kann uns das sehr einengen und dazu führen, dass wir uns nicht getrauen so zu leben, wie wir es eigentlich machen möchten.


Das hat auch schon Einfluss, auf die kleinsten Dinge. Zum Beispiel, habe ich heute morgen tatsächlich darüber nachgedacht, was denn jetzt andere erwarten, was ich heute schreiben werde. Direkt hatte ich einige Gedanken im Kopf, was andere erwarten könnten und was sie dazu sagen, wenn ich das nicht mache...


Ich musste mich richtig dazu zu entschließen, mich von diesen Erwartungen ganz frei zu machen und ich merke, wie es mir, selbst bei so einer kleinen Sache, wie das Blog schreiben nicht leicht fällt, frei zu sein.


Noch immer lerne ich jeden Tag, dass ich nicht dazu da bin, die Erwartungen der anderen zu erfüllen, sondern, dass es möglicherweise Dinge gibt, die ich nur dann tun kann, wenn ich eben etwas anders mache, als andere Menschen das gerne hätten. Um das zu lernen und immer wieder umzusetzen musste ich schon ganz schön lange leben....


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