• Christine Nöh

Machtmissbrauch


Ihr wisst, wie die Großen und Mächtigen dieser Welt ihre Völker unterdrücken.

Wer die Macht hat, nutzt sie rücksichtslos aus.

Aber so soll es bei euch nicht sein! Im Gegenteil: Wer groß sein will, der soll den anderen dienen,

und wer der Erste sein will, der soll sich allen unterordnen.

Markus 10,42-44


Es ist immer wieder erschreckend zu sehen, wie Menschen ihre Macht missbrauchen um eigene Interessen zu verfolgen, für sich selbst oder nahestehenden Personen Vorteile verschaffen oder andere unterdrücken und ausbeuten.


Eigentlich sollte es mich ja nicht erschrecken, denn die ganze Menschheitsgeschichte ist voll davon. So viele Herrscher haben ihre Macht genutzt und ganze Völker unterdrückt. Grobe Gewalt und grauenhafte Diktaturen haben ganze Länder zerstört.


Aber genau das gleiche gibt es eben auch im kleinen Rahmen, so klein und unauffällig, dass man es oft gar nicht erkennt oder vermutet. Menschen, die durch unterschiedliche Möglichkeiten in eine Machtposition gekommen sind, nutzen diese aus, um damit Gewinn zu machen, Familienmitglieder in bessere Positionen zu bekommen und Freunden Vorteile zu verschaffen.


Interessant ist, dass manche denken, man würde das nicht merken, wenn sie manipulieren und ganz unauffällig etwas zu ihrem Vorteil verschieben. Nicht immer ist es nach außen offensichtlich, dass sie ihre Macht missbrauchen. Aber es sollte sich keiner täuschen, dass die anderen das nicht doch merken, auch wenn sie nichts sagen. Viele denken sie wären so schlau, dass es keinem auffällt. Aber es ist so, dass andere auch nicht dumm sind und es durchaus die Ungerechtigkeiten erkennen.


Man kann sich nicht immer gegen solchen Machtmissbrauch wehren, auch wenn es an bestimmten Stellen auch wichtig ist, dass man nicht nur schweigend zusieht. Ich bin überzeugt davon, dass sich die Gerechtigkeit immer wieder durchsetzt, auch wenn es manchmal sehr lange dauert. Man sagt ja so schön: Gottes Mühlen mahlen langsam.


Ich denke gerade nur an ein Beispiel aus meinem Freundeskreis, bei dem Menschen über Jahre hinweg ihre Macht missbraucht haben und es dadurch erst zu großem Reichtum gebracht haben. Am Ende jedoch hat einer den anderen betrogen und beide sind arm und krank gestorben. Man hatte gedacht, es geht gut, wenn man andere ausnutzt und doch sind sie daran dramatisch gescheitert.


Ich bin sicher, dass sich auf lange Sicht zeigt, wenn jemand seine Macht missbraucht, und jeder irgendwann eine Rechnung offen hat, die er bezahlen muss.


Wenn man beobachtet, dass andere durch geschickte Manipulationen Vorteile erzielen, dann denkt man ja vielleicht, es geht gut und ich könnte es auch so machen. Aber auf lange Sicht geht es mir besser, wenn ich eine ehrliches, bescheidenes, zufriedenes Leben führe, als wenn ich versuche mit allen mir möglichen Mitteln mehr für mich herauszuschlagen.


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