• Christine Nöh

Klein angefangen


Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht.

Konrad Adenauer


Menschen begleiten uns (hoffentlich) in unserem Leben. So lange wir klein sind, brauchen wir vor allem unsere Eltern (oder einen Menschen, sich um uns kümmert) denn ohne sie könnten wir nicht überleben. Wir sind total von jemanden abhängig und kommen alleine nicht zurecht.


Aber schon sehr schnell sind Freunde und Spielgefährten ein genauso wichtiger Teil unseres Lebens. Bei kleinen Kindern kann man schön sehen, wie sie dabei lernen, dass der anderen ganz toll ist, dass der andere aber einem oft nicht das gibt, was man sich erwünscht. Wie schnell streiten sich kleine Kinder um sich im nächsten Moment wieder zu vertragen.


Mit der Zeit wählt man dann vielleicht die Freunde gezielter aus, und streitet sich weniger. Wenn man sich streitet, verträgt man sich aber auch nicht mehr so schnell wieder. Wir merken, wir brauchen einander, aber wir werden auch immer unabhängiger von anderen.


Dann kommt die Zeit, wo jeder einen Partner sucht und so mancher einen findet. Den größten Fehler den wir dabei machen können, ist, dass wir von einem Menschen alles erwarten, was wir sonst bei verschiedenen Menschen gefunden haben. Es ist wahrscheinlich die romantische Vorstellung von dem einen passenden Gegenüber, der für mich die Welt auf Händen trägt.


So lange man total verliebt ist, kommt es einem auch so vor, als wäre der andere alles für mich. Wenn die Verliebtheit vorbei ist, merke ich aber, dass der andere daneben aber auch noch viel mehr ist. Und vielleicht so manches, was ich nicht mag. Auf jeden Fall, kann mir kein einzelner Mensch, alles das geben, was ich brauche. Dann kann man enttäuscht sein, sauer werden, unzufrieden oder das Glück bei jemand anderen suchen, was aber vielleicht auch irgendwann wieder scheitert.


Es ist daher wichtig, zu erkennen, dass nie ein einziger Mensch alles für mich sein kann, so wie ich selbst auch nie alle Erwartungen eines anderen erfülle. Deshalb ist es gut, wenn man verschiedenen Menschen in seinem Leben hat und es ist wichtig, dass ich die Erwartungen an die anderen nicht zu hoch lege, denn letztendlich sind wir nur alle Menschen. Vielleicht habe ich erst dann richtige Freundschaften in meinem Leben, wenn meine wichtigste Frage ist: "was kann ich für den anderen geben?" und nicht:"Was bringt mir der andere?"

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