• Christine Nöh

Ein Flügelschlag


Der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien kann einen Tornado in Texas auslösen.

Edward Lorenz


Man kann ja unterschiedlich auf das Leben blicken. Manche denken, alles ist vorbestimmt und es ist ganz egal was ich mache, meine Leben wird so, wie das "Schicksal" oder Gott es bestimmt hat. Ich denke aber, dass unsere Entscheidungen, die wir treffen, darüber bestimmen, wie es in unserem Leben weiter geht und dass vieles miteinander zusammen hängt, so wie die Chaostheorie besagt, dass schon ein Flügelschlag eines Schmetterlings im Amazonas das Wetter in den USA beeinflussen kann. So können auch einzelne Entscheidungen im Alltag darüber entscheiden, wie unser Leben verläuft.


Oft können wir erst hinterher erkennen, welche Entscheidungen zu welchem Ziel geführt haben. Hätte ich vor über 30 Jahren in einem Seminar nicht eine Freundin aus Siegen kennengelernt, dann wäre ich niemals 1992 auf eine Freizeit nach Norwegen gefahren, wo ich Martin traf, wegen dem ich dann nach Siegen gezogen bin. Wäre ich aber mit 18 nicht bei einem Vortrag gewesen, bei dem ich ein Propekt mitgenommen habe, von dem Seminar im Sauerland, dann hätte ich niemals die Freundin aus Siegen kennengelernt. Und hätte ich nicht zufällig die Zeitung gelesen, in der etwas über diesen Vortrag gestanden hatte, zu dem ich dann gegangen bin, dann würde ich nun nicht seit 26 Jahren in Siegen wohnen....


So hat die Entscheidung vor über 30 Jahren einen Artikel in einer schwäbischen Zeitung zu lesen, dazu geführt, wo ich heute lebe... Es sind natürlich nicht immer nur einzelne große Entscheidungen, die unseren Lebensweg bestimmen, sondern wir haben täglich die Möglichkeit in unterschiedliche Richtungen zu gehen. Früher hatte ich Angst, dass mein Leben in einer Sackgasse endet, wenn ich an einer Ecke falsch abbiege. Das habe ich heute nicht mehr. Ich denke, es gibt nicht immer nur eine richtige Entscheidung und viele falsche, sondern unterschiedliche Entscheidungen führen eben unterschiedliche Wege.


Das ist aber noch nicht alles. Vor über 30 Jahren war meine Mama sehr dagegen, dass ich für dieses Semester ins Sauerland möchte. Ich habe dann 3 Monate in einer Fabrik gearbeitet, damit ich selbst das Geld verdiene, das ich dazu brauchte und es trotzdem gemacht. Es kann durchaus sein, dass andere Menschen uns nicht immer darin unterstützen, etwas zu tun, was wir selbst für wichtig halten.


Warum schreibe ich das alles? Vielleicht fühlt sich so mancher in der aktuellen Situation so, als könnte man nichts machen und müsste eben abwarten, bis alles wieder normal ist. Aber ich denke, dass wir auch jetzt jeden Tag kleine und große Entscheidungen treffen, die unser Leben beeinflussen und dass wir nur manchmal auch den Mut brauchen, um Ideen die wir haben umzusetzen.



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