• Christine Nöh

Ausgesaugt....


Der Gegner von Angst ist nicht nur der Mut, sondern auch das Vertrauen.


Als Jugendliche habe ich mit meinem Cousin ein paar Gruselfilme geguckt, obwohl ich sie eigentlich gar nicht mochte, aber ich wollte cool sein. In einem dieser Filme kam nachts ein Gnom aus der Wand des Kinderzimmers und setzte sich bei dem Mädchen auf das Bett. Das Mädchen wurde wach und rief aus Angst seine Eltern und da war der Gnom auch wieder verschwunden. Logischerweise glaubten die Eltern kein Wort.


In einer anderen Nacht jedoch schlief das Mädchen fest und dieser Kobold setzte sich auf die Brust des Mädchens und saugte sozusagen die Lebensenergie aus ihr. Mit jedem Atemzug wurde sie schwächer. Als Rettung kam nun eine Katze durchs Fenster und zerriss den Gnom in tausend Stücke.


Warum erzähle ich diese Geschichte. Ich denke manchmal ist unsere Angst auch wie so ein Gnom, der sich nachts auf unsere Brust setzt und alle Lebensenergie aus uns saugt. Wenn man im Halbschlaf ist, kann man sich nicht richtig wehren und die Ängste rauben uns alle Kraft. Heute nacht war so eine ganze Mannschaft von Angstgnomen bei mir versammelt. Alle Aktionen die in der nächsten Zeit vor mir liegen standen auf meinem Bett herum und die Gnome sagten mir, dass ich alles das nicht schaffe.


Wenn ich nun bei Tag darüber nachdenke, dann ist es die Angst, nicht gut genug zu sein, die Angst vor Versagen, die Angst etwas zu vergessen, die Angst nicht geliebt zu werden, die Angst etwas falsch zu machen die den Mut und die Lebensfreude rauben.... Die Lösung wäre jetzt natürlich, dass ich auch eine Katze habe, die die Angstgnome in Fetzen zerreisst. Mir fällt natürlich niemand kleineres ein, als der Löwe Aslan aus Narnia.


Denn es ist nicht der Mut, der mir fehlt, sondern das Vertrauen. Das Vertrauen darauf, dass einer an meiner Seite geht und mir hilft, da wo ich es selbst nicht schaffe und bei dem ich auch Fehler machen kann, und trotzdem nicht untergehe. Das Vertrauen, dass ich doch schon so oft in meinem Leben Hilfe erfahren habe und auch wenn nicht alles gut ausgeht ich doch weiss, dass ich niemals alleine bin.


So bin ich heute morgen nicht im Bett liegen geblieben, auch wenn ich mich so gefühlt habe, als könnte ich heute nichts schaffen. Ich habe den Löwen voraus geschickt, so dass er die Ängste der Nacht erst mal vertreiben konnte und jetzt werde ich auch heute weiter machen, einen Schritt nach dem anderen. Nicht weil ich so mutig bin, sondern weil ich auf den vertraue, der mich schon mein ganzes Leben begleitet hat.

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