• Christine Nöh

Woher und wohin


Niemand darf seine Wurzeln vergessen. Sie sind Ursprung unseres Lebens.

Frederico Fellini


Heute ist "Totensonntag", ein Tag an dem man an all die Menschen denkt, die schon gestorben sind. Das klingt eher dramatisch und melancholisch und man möchte eigentlich nicht noch mehr Dunkelheit in der dunklen Jahreszeit.


Daher nennen viele Menschen diesen Tag lieber "Ewigkeitssonntag" und es ist gut, sich mit Dankbarkeit an die zu erinnern die unsere Existenz überhaupt erst möglich gemacht haben. Wir kommen ja nicht aus dem Nichts und sind nicht einfach so auf die Erde geplumpst. Wir haben tiefe Wurzeln, die weit in unsere Vergangenheit zurück reichen.


Viele Gaben, Eigenschaften und Begabungen wurden uns von unseren Vorfahren weitergegeben. Das sind oft nur Samen und es kommt darauf an, was wir damit machen. Aber es ist eben nicht so, dass wir alles was wir sind und haben, aus uns selbst gemacht haben.


Wir wurden beschenkt und andere haben für uns Wege frei gemacht, auf denen wir gehen, ohne daran zu denken, dass wir sie nicht selbst gebaut haben. Deshalb ist es gut, sich zu fragen, wo ich denn her komme, was vor mir war und wer mich geprägt hat. Ich muss ja nicht alles so weitermachen, wie die Menschen vor mir und trotzdem kann ich wertschätzen, was ich von ihnen habe.


Von meinem Vater habe ich meine zurückhaltende ruhig Art und ich habe den Beruf, den er immer gerne gemacht hätte, aber wozu er durch den Krieg nicht die Chance hatte. Und das habe ich gemacht, ohne etwas davon zu wissen. Er hatte es mir selbst niemals gesagt.


Von meiner Mama habe ich die künstlerische Ader und meine Freude am Malen und Gestalten bekommen. Sie hatte es von ihrem Vater, über den ich gerne so viel mehr wüsste, als nur den Namen und den Beruf, den er hatte. Aber leider hatte meine Mutter keine Kontakt zu ihm und ich konnte bisher nichts weiter über ihn herausfinden.


Von meiner Oma habe ich bestimmt das Lesegen geerbt. Sie hatte nie viel Besitz in ihrem Leben, aber sehr viele Bücher. Wenn wir unsere Wurzeln kennen und sehen wie tief sie in den Boden reichen, dann macht uns das selbst auch fähig in den Stürmen des Lebens besser klar zu kommen.


Wir wurden mit vielem Beschenkt und es liegt nun an uns, was wir damit alles machen. Es ist auch gut daran zu denken, dass wir alles auch nicht nur für uns selbst erhalten haben, sondern dafür es an andere weiterzugeben. Wir sind alle nicht das Zentrum der Geschichte, sondern nur ein Teil im Fluss des Lebens.


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