• Christine Nöh

Einundzwanzig


Vor genau 21 Jahren war ich im Krankenhaus und mein Sohn hat das Licht der Welt erblickt. Damals war es auch kalt und es hatte sogar ein bisschen geschneit. Obwohl es so lange her ist, weiss ich noch genau, welches Wetter an diesem Tag war. Von den allermeisten anderen Tagen der letzten 21 Jahren weiss ich es nicht mehr.... und in diesen 21 Jahren ist auch echt viel passiert. Andererseits meine ich dass es erst neulich gewesen ist, so sehr zieht sich die Zeit in der Erinnerung zusammen.


Jetzt steht mein Sohn komplett auf seinen eigenen Beinen und kann sein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten. Darüber bin ich froh und dankbar. Die vielen Jahre, die ich in die Kinder investiert habe, waren mit Sicherheit nicht vergeblich. Und nach und nach musste ich lernen sie wieder los zu lassen und ihnen ihre Freiheit zu geben. Da ist es gut, wenn man sich immer bewusst ist, dass Kinder uns nicht gehören, und wir sie nur einen Teil ihres Lebens schützen und begleiten sollen. So lange bis sie selbstständig leben können. Die Zeit mit den Kindern war eine schöne Zeit, aber ich hänge nicht daran, denn alles hat eben seine Zeit.


Ich habe mich heute auch daran erinnert, wie es bei mir war, als ich 21 Jahre war. Ich habe gerade studiert und alles lag noch offen vor mir. Ich hatte Wünsche und Pläne, aber noch war nichts festgelegt und ich hätte damals nie gedacht, dass ich einmal Mitten in Deutschland landen könnte und auch nicht, dass es mir ausgerechnet am meisten Freude macht Neunt- und Zehntklässler zu unterrichten. Mein damaliger Plan war ja eigentlich die Grundschule. Für die Hauptschule habe ich nur studiert, weil das damals in Baden-Württemberg zusammen gehörte.


Manche Pläne und Wünsche gingen nicht in Erfüllung, aber dafür habe ich anderes erlebt von dem ich niemals gedacht hätte, dass ich es mal machen kann. Das beste ist aber, dass ich für alles wie es auch geworden ist, dankbar bin. Vielleicht habe ich nicht immer die besten Entscheidungen getroffen, aber ich habe aus allem was kam, das Beste gemacht, was mir möglich war und trotz Fehlern und Schwierigkeiten niemals aufgegeben. Und genauso möchte ich weiter machen.

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