• Christine Nöh

Reichtum


Die Natur des Auges ist es, die Farben zu lieben;

aber wenn das Herz nicht heiter ist,

so mögen alle fünf Farben vor Augen sein, und man sieht sie nicht.

Lü Bu We


Ich bin unglaublich reich. Das was ich besitze, kann man mit keinem Geld der Welt kaufen und ich würde es auch nicht für viele Millionen hergeben. Es ist mein Fenster zur Welt und meine Tür zu meinem Inneren. Meine Augen.


Sobald ich sie öffne, erblicke ich was mich umgibt. Sie brauchen keine Startzeit wie ein Computer beim Hochfahren und kein Warten auf Signale wie beim Fernseher. Sofort sind sie aktiv und sehen mit ungefähr 22 Megapixel, obwohl das Auge ja so klein ist. Wir können innerhalb dem Bruchteil einer Sekunde von der Nähe auf die Ferne schalten und im Laufe eines Lebens macht ein Mensch ungefähr 450 Millionen Aufnahmen mit den Augen. Und wir können tatsächlich immer wieder in unserem Bilderarchiv wühlen und entdecken alte Aufnahmen aus der Vergangenheit, ganz ohne Suchmaschine.


Wir können kleinste Farbabstufungen erkennen und im Dunkeln schwarz-weiss sehen ohne dass die Bilder anfangen verpixelt zu werden. Das Auge ist ausserdem so individuell, dass zwei Menschen am gleichen Ort völlig unterschiedliche Dinge sehen können.


Ich fühle mich unglaublich reich, weil ich sehen kann und bin jeden Morgen dankbar, wenn ich die Augen öffne und die Welt immer noch da ist.... Meine Augen sind unglaublich wertvoll, aber genauso könnte ich nun meine Ohren, meinen Geruchsinn, mein Beine und Arme nennen, mit denen ich mich reich beschenkt fühle.


So oft streben wir nach einem Reichtum, der ausserhalb unseres Körpers liegt und manche opfern ihre Gesundheit für äusseren Reichtum. Dabei haben wir schon so viel Unbezahlbares und merken es oft noch nicht mal. Es fällt uns oft erst dann auf, wenn wir es nicht mehr haben. Deshalb möchte ich schon heute dankbar für meinen Reichtum sein und ihn nicht erst schätzen, wenn ich ihn verliere.


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