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Unter der Wasserfläche

Autorenbild: Christine NöhChristine Nöh

Auf zweierlei sollte man sich nie verlassen:

Wenn man Böses tut, dass es verborgen bleibt;

wenn man Gutes tut, dass es bemerkt wird.

Ludwig Fulda


Im Rhein bei Neuss liegt seit 1990 ein Schiff auf dem Grund. Normalerweise sieht man davon nur den Masten aus dem Wasser ragen, aber durch den tiefsten Wasserstand seit vielen Jahren, liegt das Schiff so frei, dass man sogar darauf klettern kann.


Dieses mit Schlamm überzogene Gefährt ist gerade ein beliebtes Ausflugsziel und lockt viele Besucher an. Es hat noch alle möglichen interessanten Details, aber zum Fahren und Aale fangen ist es definitiv nicht mehr zu gebrauchen.


Sobald der Wasserstand des Rheins wieder auf den Normalstand kommt, wird nur noch der aufragende Mast daran erinnern, dass das Schiff immer noch da ist.


Ich habe gedacht, dass es mich daran erinnert, dass in unserem Innern auch so manches Wrack aus der Vergangenheit schlummert, von dem man vielleicht nur die Spitze des Mastes sieht. Und immer dann, wenn wir selbst auf dem Trockenen liegen, dann kommen die Zeugen den Vergangenheit wieder hoch. Immer dann, wenn man sie eigentlich am wenigsten gebrauchen kann.


Deshalb ist es wichtig, dass wir immer man wieder den Ballast von früher aufsammeln und bei Seite räumen. Man muss sich also wirklich mit einem Problem auseinander setzen, um danach das Wasser wieder frei zu haben.


Manche lieben es aber, immer diesen Masten herausragen zu haben, um darauf hinweisen zu können, warum etwas so ist wie es ist und vielleicht anderen die Schuld geben zu können.


Aber so, wie eine Wunde nicht verheilen kann, wenn man den Stachel nicht herauszieht, so können wir auch unsere Vergangenheit nicht heilsam bewältigen, wenn wir nicht den Mut haben, unsere Wracks zu bergen und zu entsorgen. Auch wenn es noch so dekorativ aussieht, so ist ein fahruntüchtiges Wrack zu nichts mehr nutze.





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