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  • AutorenbildChristine Nöh

Im Trüben fischen


Der Mensch sieht das Unheil nicht, er sieht nur den Gewinn;

der Fisch sieht die Angel nicht, er sieht nur den Köder.“

Mantschu-tatarisches Sprichwort


Mein Cousin war früher ein großer Angler. Wenn er bei uns zu Besuch war, stand er am Fluss und warf seine Angel ins Wasser. Ich war fasziniert, wenn er mir erzählte, welche Köder er an welchen Haken hängt, um welchen Fisch zu fangen. Von Würmern über künstliche Fliegen bis hin zu Blinkern war er mit allem ausgestattet.


Das einzige was mich nicht begeistert hat, war wenn er einen Fisch geangelt hat, denn essen mochte ich die Fische nicht. Deshalb wurde das auch nie zu meinem Hobby.


Ohne dass es uns bewusst ist, sind wir auch die ganze Zeit als Angler in unserem Leben unterwegs. Mit dem, wie wir uns geben, was wir anziehen, wie wir reden und was wir präsentieren "locken" wir andere Menschen in unser Leben, die genau das gut finden.


Wenn ich sehr starken Wert auf perfektes Aussehen, Markenklamotten und ein schickes Auto lege, dann werden mich andere attraktiv finden, denen das auch wichtig ist. Wenn ich mit selbstgestrickten Pullis und Sandalen herumlaufe, werde ich die finden, die das genauso toll finden. Das was ich an die Angel hänge, zieht die passenden "Fische" an.


Wenn ich nun immer an die falschen Menschen gerate, liegt das vielleicht daran, dass ich die falschen Botschaften aussehende. Wenn ich um mir selbst willen geliebt werden möchte, ist es gut, so viel selbst wie möglich zu sein und am besten nicht etwas vorzugeben, was man gar nicht ist.


Möchte ich, dass die Menschen die Farbe meines Lippenstiftes lieben, oder mein Lächeln? Gewinne ich Herzen mit einem liebevollen Blick oder mit falschen Wippern? Ist es wichtiger gesund zu sein, oder einen perfekten Körper ohne Makel zu haben? Möchte ich gemeinsam mit einem anderen als Partner durchs Leben gehen oder suche ich ein gutaussehndes Gegenüber, das ich als Trophäe überall präsentieren kann?


Manchmal muss man erst finden was einem selbst wichtig ist, um zu sein, wer man ist. Und dann finde ich auch die Menschen, die mich so lieben wie ich bin.



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