• Christine Nöh

Gutes loslassen


Der Mensch kann nicht zu neuen Ufern aufbrechen,

wenn er nicht den Mut aufbringt, die alten zu verlassen.

André Gide


Gestern hatten wir einen Luftballonstart in der Schule. Die Luftballons waren schön bunt und prall gefüllt. Aber sie fliegen nur, wenn ich sie loslasse. Wenn ich den Luftballon festhalten würde und immer mit mir rumschleppe, dann sieht das am Anfang schön aus, aber irgendwann ist das Gas raus und er ist schlapp und verschrumpelt. Deshalb muss ich ihn fliegen lassen, damit er die Botschaft auf der Karte weiter transportiert.


Manchmal muss man etwa Gutes loslassen, etwas das schön ist, damit man die Hände frei bekommt für etwas Neues. Heute fahre ich das letzte mal an meine Schule in der ich fast 20 Jahre gearbeitet habe und mit der mich so vieles verbindet.


Ich lasse Kollegen und Mitarbeiter zurück, mit denen ich mich verbunden fühle und von denen ich so manchen als Freund gewonnen habe. Ich lasse nette Schüler zurück, von denen ich so gerne wüsste, wie es bei ihnen weiter geht. Ich lasse eine Schülerbücherei zurück, die ich von Null auf mehr als dreitausend Bücher aufgebaut habe. Ich lasse ein schönes Gebäude zurück, bei dem ich kleine Spuren hinterlassen habe.


Alles das kann ich nicht mitnehmen, nicht festhalten und muss es loslassen, damit ich weitergehen kann. Es wird mir nicht leicht fallen, heute das "letzte" mal den gewohnten Weg zu fahren, und das letzte Mal das Schulgebäude als "Teil" der Schule zu betreten. Ab morgen werde ich nur noch Gast sein, wenn ich wieder kommen sollte.


Ich gehe in eine andere Schule, an der ich mir erst das "Land erobern" muss. In solchen Momenten denkt man vielleicht, dass es besser gewesen wäre, das Bekannte festzuhalten. Aber neue Wege bringen auch neue Möglichkeiten. Vielleicht gibt es an einem anderen Platz die Chance auf Veränderungen, die man nicht hat, wenn man immer da bleibt wo man ist.


Heute ist für mich der Tag des Abschieds und das mache ich nicht nur mit einem leichten Herzen. Aber ich werde viele Erinnerungen mitnehmen und Freunde verliert man auch nicht, wenn man jetzt wo anders arbeitet. Ich lasse meinen Luftballon fliegen und bin gespannt, was die Zukunft bringen wird, um mir die leeren Hände zu füllen.


Wer weiterhin ab und zu wissen will, wie es bei mir weitergeht, was mich so bewegt und worüber ich mir Gedanken mache, kann mir gerne auf meinem blog "weniger ist mehr" (www.christinenoeh.net) folgen oder mich auf Instagram und Facebook entdecken. Ich freue mich, wenn der Kontakt nicht ganz abreisst und ich ab und zu auch erfahre, wie es bei euch weitergeht.


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